Am 28. und 29. Mai 2026 wurde die Universität Graz im Rahmen der langjährigen Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover erneut zum Treffpunkt eines spannenden rechtsvergleichenden Austauschs: Das Seminar „Anwaltsrecht im Rechtsvergleich“ brachte unter der Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Bettina Nunner-Krautgasser – Co-Leiterin des Forschungszentrums für Berufsrecht (ZBR) – und Prof. Dr. Christian Wolf – Universität Hannover und Leiter des dortigen Instituts für Prozess- und Anwaltsrecht – Studierende und Lehrende aus beiden Ländern zusammen. Das diesjährige Seminar stand dabei unter dem Themenschwerpunkt „Der Rechtsanwalt als Insolvenzverwalter“.
Die Studierenden bearbeiteten in deutsch-österreichischen Teams ausgewählte Fragestellungen zur Rolle des Rechtsanwalts als Insolvenzverwalter in Deutschland und Österreich. Durch die Zusammenarbeit jeweils eines österreichischen und eines deutschen Studierenden entstanden spannende rechtsvergleichende Analysen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Rechtsordnungen sichtbar machten. Als zentrales Ergebnis
zeigte sich, dass in beiden Rechtsordnungen die Auswahl des Insolvenzverwalters die Schicksalsfrage des Verfahrens darstellt und maßgeblich über dessen Verlauf und Erfolg mitentscheidet.
Einen besonderen Mehrwert bot die Begleitung des Seminars durch Dr. Rainer Eckert, Gründungspartner der ECKERT Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB in Hannover. Durch seine langjährige Tätigkeit als Insolvenzverwalter vermittelte er wertvolle Einblicke in die Praxis und zeigte auf, wie sich die diskutierten rechtlichen Fragestellungen im Berufsalltag stellen. Das Seminar verdeutlichte damit eindrucksvoll, wie gewinnbringend der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis sein kann.
Abgerundet wurden die beiden Seminartage durch ein gemeinsames Rahmenprogramm: neben einer Führung durch die Universität Graz bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Den stimmungsvollen Abschluss bildete der gemeinsame Besuch des Uni-Vibes-Festes am Campus. Das Seminar zeigte einmal mehr den besonderen Wert der langjährigen Zusammenarbeit
zwischen den beiden Universitäten und die Bedeutung rechtsvergleichender Forschung für die juristische Ausbildung. Umso mehr freut es uns, dass die Kooperation auch im nächsten Jahr fortgesetzt wird.